S-Case

Branche statt. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt begannen wir, uns auch stärker auf den Geräteverleih zu konzentrieren. In dieser Phase haben wir die richtigen unternehmerischen Weichen gestellt – und profitieren bis heute davon. Georgia Räder: Wir konzentrieren uns auf Spezialgeräte und Nischenprodukte, die dem Garten- und Landschaftsbauer für einen Kauf meist zu teuer sind. Durch diese haben wir ein Alleinstellungsmerk- mal erlangt. Unser Landmaschinen- Know-how hinsichtlich Wartung und Technologie passt zum Kundenstamm. Wer sind Ihre Kundinnen und Kunden? Georgia Räder: Das sind zum einen viele städtische und kommunale Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten. Aber auch zunehmend Privatleute mit kleinen und großen Gärten. Gibt es in Wuppertal eigentlich so etwas wie eine Gartenkultur? Thomas Räder: In Wuppertal gibt es über 100 Kleingartenanlagen. Dabei stellt uns die Topographie vor besondere Aufgaben. Georgia Räder: Weil wir schweren, stein- reichen Boden haben und nur wenig gerade Fläche, benötigen wir viele Motor- geräte. Die Hanglagen verlangen nach speziellen Lösungen – insbesondere im Winter. Ich denke da gerade an eine Schneefräse, die meiner Meinung nach die Einzige ist, die für Wuppertal geeignet ist – davon haben wir in einem Jahr 400 Stück verkauft. Gibt es Trends innerhalb der Branche, die Sie bedienen? Oder gibt es sogar Maschinen, die Sie als Erster in unserer Region anbieten? Thomas Räder: Es gibt tatsächlich eine Entwicklung, die wir mitforcieren. Inner- halb des E/D/E, das damals von meinem Opa mitgegründet wurde, haben wir einen Pool eröffnet, der die Motorgeräte- branche mit der Mietorganisation des E/D/E verbindet. Dazu muss man wissen, dass Motorgerätehändler aktuell unter starkemDruck stehen. Der Grund resultiert aus der Vertriebsstruktur über den Einzelhandel und der hierfür wachsenden Bedeutung des Internethandels. In unserem Pool vereinen wir Mietgeräte mit dem Verkauf und können bestimmte Kundengruppen so doppelt erreichen. Hierbei erweitern wir unsere Service- leistung – also Verkauf, Reparatur und Wartung über das Mietgeschäft. Das ist eine interessante Marktentwicklung, die wir mitgeprägt haben und von der alle profitieren. Georgia Räder: Vermietung war vielen Herstellern von Gartenmotorgeräten urspünglich fremd. Letztendlich ist durch diese Zusammenarbeit, in die Thomas dank unserer Vermietung schon im Vorhinein viel Erfahrung einbringen konnte, das Mietgeschäft in dieser Branche erst populär geworden. Mit unserer Erfahrung konnten wir Geräte, die sich zur Vermietung eignen, empfehlen. Also das ist ein echter Markttrend, den wir hier von Wuppertal aus maßgeblich begleitet, wenn nicht sogar mit ins Leben gerufen haben. Was dürfen wir in der Zukunft von Otto Reinshagen erwarten? Thomas Räder: Meine Vorstellung ist, dass wir noch mehr in den Beratungs- und Dienstleistungsbereich gehen, denn der Handel wird immer vergleichbarer. Der Service ist eine regionale Geschichte, die weiterhin Zukunft hat. Georgia Räder: Das Geschäft von Otto Reinshagen bleibt beratungsintensiv. Wir sind regional und vor Ort. Wir sind da: mit unserer Erfahrung und gewachsenem Know-how. Der Online-Trend, wie er in anderen Branchen üblich ist, passt nicht zu uns – und auch nicht zu unserer Branche. Thomas Räder: Wir bleiben nicht stehen. Deshalb werden wir uns digital in Richtung Informationsbeschaffung weiterentwickeln, aber kein Online-Geschäft aufbauen. Georgia Räder: Außerdem macht uns der persönliche Kontakt viel Spaß. Dies spiegelt sich auch in unserem Unter- nehmensmotto wider: Partnerschaft + Kompetenz = Freude. Was genau steckt hinter diesem Satz? Georgia Räder: Wir glauben an die Freude im und am Unternehmen. Das Ziel ist die Zufriedenheit bei allen Beteiligten. Dies ist der Maßstab und auch die Basis für unseren Unternehmens-Erfolg. Wie sieht denn Ihr eigener Garten aus? Thomas Räder: Da hatten wir Glück, dass der Opa damals ganz viel Land gekauft hat. Georgias Vater ist Architekt und Gärtner. Das war eine großartige familiäre Voraus- setzung für das, was – auch im Privatle- ben – unsere größte Leidenschaft ist. Georgia Räder: In der Tat: Thomas‘ Groß- vater hat sehr vorausschauend gekauft und dieses Land ist nun Landschafts- schutzgebiet. Mein Vater hat das gesehen und zusammen mit meinem Schwieger- vater etwas Wundervolles geschaffen. Auf dem Gelände weiden Schafe, manchmal kommen Rehe vorbei und wir haben auch einen Teich – Natur pur! Georgia Räder: Weil wir ein Hand- werksunternehmen sind, haben uns andere Kreditinstitute in den frühen Jahren teilweise nicht ernst genommen. Die Sparkasse war damals das einzige Finanzdienstleistungsunternehmen, das den Mut hatte, zwei Frischlingen wie uns Unterstützung anzubieten. Die Beziehung wurde mit den Jahren immer enger und vertrauenswürdiger – genau das nenne ich Partnerschaft. Ihr Produkt- und Leistungsspektrum ist sehr breit. Wie war hier die Entwicklung? Thomas Räder: Als ich das Geschäft übernommen habe, hatte mein Vater die Landmaschinen auf das Minimale reduziert – einfach, weil das nicht sein Ding war. Zusätzlich gab es den Auto- handel, den man nach 20 Jahren hätte neu ausrichten müssen. Wir begannen stattdessen auf kleiner Basis Gartengeräte zu verkaufen und hatten z. B. Friedhofs- kipper mit im Programm. Das sind Kleingeräte für den Einsatz in Friedhofs- gärten. So wurde die Palette immer breiter – auch weil unsere Zulieferer ihr Portfolio regelmäßig erweiterten. Mit den Rasenrobotern, die etwa 10 Jahre später kamen, fand dann ein Boom für unsere

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